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Harburger Gedenktage

Harburger Gedenktage

Erinnern für die Zukunft

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Programm 2026

Montag, 02.11.2026 „Gegen das Vergessen – Gedenken als Mahnung für heute“

Eröffnungsveranstaltung | 19 Uhr | Stellwerk im Harburger Bahnhof | Eintritt frei. Spenden willkommen.

Die zentrale Auftaktveranstaltung der Harburger Gedenktage steht auch 2026 unter dem Motto „Gegen das Vergessen – Gedenken als Mahnung für heute“. Die Veranstalter*innen stellen das Programm vor, das vielfältige Zugänge zum Thema ermöglicht. Musikbeitrag: Klezmer-Musik, gespielt von Schüler*innen des Friedrich-Ebert-Gymnasiums.

Veranstaltende: Die beteiligten Initiativen und Institutionen

Dienstag, 03.11.2026 Why should I care?

Film und persönlicher Bericht | 19 Uhr | Audimax 1, TUHH, Am Schwarzenberg-Campus 1 | Eintritt frei. Spenden willkommen.

Filmplakat Why should I care © Martini Film

Die Klasse des Lehrers Hèdi Bouden aus dem Helmut-Schmidt-Gymnasium Wilhelmsburg reist nach Jerusalem. Die Gruppe mit vielfach muslimischem Hintergrund trifft auf Überraschungen in Israel. Dann trifft sie in Tel Aviv auf israelische SchülerInnen aus Sderot, um gemeinsam ein Theaterprojekt auf die Beine zu stellen. Dort ergeben sich Schwierigkeiten. Dieses Lehrstück für Erinnerung und Völkerverständigung wird gezeigt. Es erhielt den Bertini-Preis 2020. Hédi Bouden ist vor Ort, spricht über seine Erfahrungen und ist offen für Fragen.

Veranstaltende: OMAS GEGEN RECHTS Hamburg-Süd und Kino-AG der TUHH

03.-28.11.2026 Verfolgt und vernichtet – Bücher gegen das Vergessen

Medienpräsentation | Dienstag bis Freitag 10-19 Uhr, Samstag 10-14 Uhr | Bücherhalle Harburg | Eintritt frei

Bücherhalle Harburg. © Bücherhalle Harburg

Die Ausstellung präsentiert Medien zu Themen wie Verfolgung und Vernichtung im Nationalsozialismus und die Auswirkung auf das Weiterleben nach 1945.

Die Medien können sofort entliehen werden.

Veranstaltende: Bücherhalle Harburg

Mittwoch, 04.11.2026 Erinnerungsweltmeister Deutschland – das Quiz

Kneipenquiz | 19 Uhr | Zur Stumpfen Ecke, Rieckhoffstraße 14 | Eintritt frei

Harburger Mahnmal gegen Faschismus, 2026. © Zur Stumpen Ecke eG

Die Geschichte aufgearbeitet, bewältigt und aus ihr gelernt? Wir wagen uns an Fakten, Mythen und unbequeme Wahrheiten. In einer Spezialausgabe des allseits beliebten Kneipenquizzes der Stumpfen Ecke stellen wir unser Wissen auf den Prüfstand – und den „Erinnerungsweltmeister Deutschland“ gleich dazu! Keine Teams – keine Anmeldung – begrenzte Plätze. Die Stumpfe Ecke ist für die Dauer der Veranstaltung rauchfrei!

Veranstaltende: Zur Stumpfen Ecke eG

Freitag, 06.11.2026 Generation Antifa

Filmabend | 19:30 Uhr | Sauerkrautfabrik, Am Wall 21 | Eintritt frei | Spenden willkommen

Wie Mut und Hoffnung entstehen: Zwischen Schule und Ausbildung, Flyer verteilen und Aktionstraining bereiten sich die Protagonist*innen auf einen großen Protest vor:sie wollen die Gründung der neuen AfD-Jugend blockieren.


Veranstaltende: Libertäre H-Burg

Samstag, 07.11.2026 Ein Abend zwischen Punk und Erinnerungskultur

Gespräch und Konzert | 19 Uhr | Sauerkrautfabrik, Eingang Am Wall 21 | Eintritt frei. Spenden willkommen.

Cover des Albums „Wir Ahnen Böses“. © Privat

Punk ist laut, wütend, politisch – und bisweilen antifaschistisch. Die Punk-Bank Tischlerei Lischitzki ist all das und hat eine Form gefunden, um sich musikalisch mit der eigenen Familiengeschichte im Nationalsozialismus auseinander-zusetzen. Auf der Platte „Wir Ahnen Böses“ texten und singen sie zu Täterperspektiven und Verfolgtenschicksalen, Faschismus und Kontinuitäten. Als Auftakt des Abends findet um 19 Uhr ein Gespräch mit dem Bandmitglied Ralf Brebeck über seine eigene Betroffenheit und Themen wie Rassismus, Antifaschismus und Punk als erinnerungskulturelles Medium statt. Nach einer Pause beginnt um 20 Uhr das Konzert.

Veranstaltende: Sauerkrautfabrik in der Kooperation mit VVN-BdA Harburg-Wilhelmbsburg

Sonntag, 08.11.2026 Jüdisches Leben und jüdische Verfolgungsgeschichte in Harburg – ! FÄLLT LEIDER AUS!

Rundgang | 13 Uhr | Treffpunkt Eingang Friedrich-Ebert Gymnasium, Alter Postweg 34 | Eintritt frei | Spenden willkommen.

Zeichnungen (v.l.n.r.): Gloriapalast, Jüdischer Friedhof,
Synagoge © Ein Harburger Antifaschist

Die AG Antifaschistische Stadtteilrundgänge der Sauerkrautfabrik nimmt euch mit auf verschiedene Stationen zwischen Heimfeld und Hamburg-Harburg, um jüdisches Leben und jüdische Verfolgungsgeschichte in Harburg von seinen Anfängen bis ins Jahr 1945 beispielhaft zu beleuchten. Wir wollen gemeinsam die sichtbaren Aspekte von Gedenken und Erinnerung im Viertel entdecken und dessen „blinde Flecken“ kritisch in den Blick nehmen.
Der Spaziergang dauert ca. 2,5 Stunden, startet um 13 Uhr am Friedrich-Ebert-Gymnasium (Alter Postweg 34)
und endet in der Sauerkrautfabrik.
Am Ende des Rundgangs wird es die Möglichkeit geben, in der Sauerkrautfabrik die Eindrücke Revue passieren und bei Kuchen und Getränken den Tag zusammen ausklingen zu lassen.

Diese Veranstaltung fällt leider aus!

Veranstaltende: Sauerkrautfabrik (SKF)

Sonntag, 08.11.2026 „Das KZ von nebenan“

Projektpräsentation | 15 Uhr | JOLA im Kulturhaus Süderelbe, Am Johannisland 2 | Eintritt frei.

© Ulrich Raatz

Präsentation der Ergebnisse des Schüler*innenprojekts zum ehemaligen KZ-Außenlager am Falkenbergsweg.

Veranstaltende: Kulturhaus Süderelbe, Gymnasium Süderelbe

Montag, 09.11.2026 Heimfeld leuchtet

18 Uhr Stolpersteinrundgang und 19 Uhr Konzert | St. Pauluskirche, Alter Postweg 46 | Eintritt frei.

Akadamie Hamburg

An wen erinnern die in Heimfeld verlegten Stolpersteine?
Am Gedenktag der Reichspogromnacht werden auf einem
Rundgang mit Wandelkonzert berührende Einblicke in Biographien gegeben.
Heimfeld leuchtet findet im Zeichen des Lichts statt. Die Akademie lädt ihre Besucher:innen ein, zum Rundgang Lichter mitzubringen – Laternen Tee-Lichte in Gläsern etc… Auch das anschließende Konzert enthält spezielle Lichtinstallationen ergänzend zur Musik.
Heimfeld leuchtet ist ein Kooperationsprojekt der akademie hamburg für musik und kultur mit der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Harburg-Mitte und dem Friedrich-Ebert-Gymnasium.

Veranstaltende: akademie hamburg für musik und kultur, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Harburg-Mitte, Friedrich-Ebert-Gymnasium

Dienstag, 10.11.2026 Gedenken an die Pogromnacht

Gedenkveranstaltung | 17 Uhr | Jüdischer Friedhof (Schwarzenberg), anschl. Schweigemarsch zum Synagogenmahnmal (Eißendorfer Str./Knoopstr.) | Eintritt frei.

Am 10. November 1938 setzten Nationalsozialisten die Leichenhalle auf dem Jüdischen Friedhof am Schwarzenberg in Brand, verwüsteten die Harburger Synagoge in der Eißendorfer Straße und schlugen die Schaufenster zahlreicher jüdischer Geschäfte in der Harburger Altstadt ein. Die Veranstalter der Gedenkstunde erinnern an die Pogromnacht und ihre Folgen und rufen zugleich zu erhöhter Wachsamkeit in Zeiten wachsender Fremdenfeindlichkeit auf.
Es sprechen: Vertreter/-in des Bezirksamts Harburg, Vertreter/-in der Bezirksversammlung Harburg sowie des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-Ost und der Initiative Gedenken in Harburg

Veranstaltende: Initiative Gedenken in Harburg

Dienstag bis Sonntag, 10.-15.11.2026* 30 Plakate gegen Rechts

Ausstellung | Dienstag und Donnerstag 14-18 Uhr | Alles wird schön e.V., Friedrich-Naumann-Str. 27 | Eintritt frei

© Emma Bayer, Jonah Pfadt

*Di. und Do. 14–18 Uhr, 13.11. im Rahmen der Veranstaltung (s.d.) und nach Vereinbarung: eMail: info@alleswirdschoen.de

So beschreibt die Initiative Verlage gegen Rechts das Projekt auf ihrer Website https://verlagegegenrechts.de:

„Augen auf! Plakate gegen Rechts

Auf unseren Aufruf für Plakate gegen Rechts haben uns hunderte Einsendungen erreicht: Plakate für eine radikal vielfältige demokratische Gesellschaft. Über 300 sind hier zu sehen und können für nicht-kommerzielle Zwecke frei verwendet werden. Eine kuratierte Auswahl von 30 Plakatmotiven gibt’s in gedruckter Form.Verlage gegen Rechts ist ein Aktionsbündnis für einen wachen, vielfältigen und respektvollen Literaturbetrieb.

Die Initiative gründete sich 2016, als rechte Verlage begannen, die Buchmessen als Forum für ihre menschenverachtenden Inhalte zu nutzen. Solche Gesinnungen sickern in die Gesellschaft und werden sagbar, wo immer sie schweigend hingenommen werden. Unser Bündnis stellt sich dagegen – gegen Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit, Antifeminismus und Ableismus in der Buchbranche.“

Veranstaltende: Die LINKE Harburg, Alles wird schön e.V.

Mittwoch, 11.11.2026 Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933

Vortrag mit Diskussion | 18 Uhr | Kulturwerkstatt Harburg, Kanalplatz 5 | Eintritt frei | Spenden willkommen.

Besetzung des Gewerkschaftshauses am Berliner Engelufer, 2. Mai 1933
© Deutsches Historisches Museum

Hintergründe und Folgen der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser durch die SA und SS.

Verfolgung und Ermordung von Gewerkschaftern. Deutsche Arbeitsfront.

Veranstaltende: DGB Stadtverband Harburg

Freitag, 13.11.2026 Auf Tauchstation

Lesung, Ausstellung, Livemusik | 19 Uhr | Alles wird schön, Friedrich-Naumann-Str. 27 | Eintritt frei

Erhard Heinke: Sühne für Philipp Müller, 1952
© www.harbuch.de/deutsche fotothek

Eine Mischung aus Lesung, Ausstellung und Musik.
Angela Jansen und Ivar Lethi stellen den Beitrag „Auf Tauchstation“ von der Website www.harbuch.de vor, ergänzt durch neuere Erkenntnisse. Der Bezug zum Heute ergibt sich durch die Ausstellung „Plakate gegen Rechts“. Spannend sind mögliche gestalterische und Inhaltliche Parallelen.

Fredriksson und das Schusseltier spielen unbequeme Lieder.

Auf der Website www.harbuch.de schreibt Christian Gotthardt zur Einleitung des Aufsatzes „Auf Tauchstation“: „Durch die Erinnerungen an seine ersten Werberjahre* führte uns ein guter Freund eine Personengruppe heran, die wir noch überhaupt nicht kannten: Künstler, die in der Nazizeit in die Werbung abtauchten und dabei Erfolg hatten. Und die zugleich links waren und es blieben. Das hat uns, die wir unser Brot gelegentlich auch mit Werbung verdienten, neugierig gemacht. Wir haben ein paar Namen und Schicksale zusammengetragen und sind dabei sogar in Harburg fündig geworden.“

*s. http://harbuch.de/frische-themen-artikel/als-werbeberater-in-der-harburger-industrie und http://harbuch.de/frische-themen-artikel/als-werbeberater-in-der-harburger-industrie-21

Veranstaltende: Die LINKE Harburg, Alles wird schön e.V.

Sonntag, 15.11.2026 Stolpersteinrundgang

Rundgang | 11 Uhr | Vor dem Harburger Rathaus | Eintritt frei | Spenden willkommen

© Initiative Gedenken in Harburg

Die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig mit den Namen von Harburgerinnen und Harburgern, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden, erzählen die Lebensgeschichte dieser Menschen und schärfen den Blick auf die NS-Vergangenheit vor Ort und sie rufen uns heute dazu auf, allen Anfängen von Ausgrenzung jeglicher Art energisch entgegenzutreten.

Veranstaltende: Initiative Gedenken in Harburg

Sonntag, 15.11.2026 Hermine Katz und das ungeheure Wissen der Dachböden

Theaterstück | 18:30 Uhr | JoLa im Kulturzentrum Süderelbe, Am Johannisland 2 | Eintritt frei | Spenden willkommen

Szene Theaterstück Hermine Katz
©Jochen Quast

Hermine Katz und das ungeheure Wissen der Dachböden von Caspar Harlan und Kerstin Wittstamm

Was war da los im Wendland vor bald einhundert Jahren? Wer war das „der Judeheinzi“, seine Mutter Ottilie Mansfeld, der Großvater Siegmund und alle anderen Mansfelds? Wohin sind sie verschwunden?
Die Trödlerin Hermine Katz zeigt ein Foto, das sie auf einem Dachboden in der Kirchstraße in Lüchow gefunden hat. Sie wurde neugierig, hat recherchiert und so die vergessene Geschichte der Familie Mansfeld erfahren, die sie nun erzählen will. Nach und nach entsteht das Bild einer Familie, die seit Generationen mitten in Lüchow gewohnt hat. Bis am 17.Juli 1942 Bürgermeister von Weye „judenfrei“ für Lüchow verkündete..

Veranstaltende: Lokale Partnerschaften für Demokratie Harburg und Süderelbe in Kooperation mit der freien Bühne Wendland

Mittwoch, 18.11.2026 Wie wollen wir erinnern? Migrantische Perspektiven auf Erinnerung und Geschichte

Podiumsdiskussion | 18 Uhr | Elisabeth-Lange-Schule, Ehestorfer Weg 14 | Eintritt frei | Spenden willkommen

Schullogo ©Elisabeth Lange Schule

Wie gedenkt eine postmigrantische Schulgemeinschaft Strukturen und Formen rechter Gewalt? Wie können aus Gedenken Stärke und Mut erwachsen, sich auch aktuellen Formen rechter Gewalt entge- genzustellen? Welche Vorstellungen von Gedenken und Erinnerung haben Jugendliche in Harburg? Welche Kraft zur Veränderung geht von ihnen für die gesamte Stadtgesellschaft aus?

Die Abendveranstaltung an der Elisabeth-Lange-Schule im Rahmen der Harburger Gedenktage lädt herzlich dazu ein, zu diesen Fragen Stellung zu beziehen und in einen Austausch zu kommen. Diskutie- ren werden an diesem Abend auf dem Podium Jugendliche und Er- wachsene unterschiedlicher Herkünfte und Professionen. Zudem gibt es die Möglichkeit, Produkte von Schüler*innen zu betrachten, die im Rahmen eines Projekttages zum Thema Gedenken, Resilienz und Widerstand entstanden sind.

Veranstaltende: Elisabeth Lange Schule

Donnerstag, 19.11.2026 Adressat Unbekannt. Eine Freundschaft und ihre Grenzen 1936

Lesung und Disskusion | 18:30 Uhr | Kulturwerkstatt Harburg, Kanalplatz 4 | Eintritt frei | Spenden willkommen

Briefe – Kressmann Taylor
© privat

Auszug aus einer Rezension im Deutschlandfunk, 2001:
Der schmale Band «Adressat unbekannt» von Kressmann Taylor besteht aus gerade einmal achtzehn Briefen und einem Telegramm, datiert zwischen November 1932 und März 1934. Max Eisenstein und Martin Schulse sind langjährige Freunde und gemeinsame Besitzer einer Kunstgalerie in San Francisco, der Briefwechsel setzt nach Schulses Rückkehr nach Deutschland ein:
„Was wir jedoch niemals aufgeben, das ist die Wahrhaftigkeit der Freundschaft, von der Du so bewegend sprichst. Unsere Herzen reisen über den Ozean zu Dir (…) Max.“Der Ton der Briefe ändert sich jedoch rasch…

Veranstaltende: Friedensinitiative Süd

Samstag, 21.11.2026 Antifaschistischer Stadtteilrundgang: Verfolgung und Widerstand in Harburg

Rundgang | 13 Uhr | Eingang Archäologisches Museum, Rathausplatz 5 | Eintritt frei | Spenden willkommen

Zeichnungen (v.l.n.r.): Trauerndes Kind, Polizeistation Nöldekestraße, Schornstein Phoenix-Werke
© Ein Harburger Antifaschist

Gemeinsam mit euch begeben wir, die AG Antifaschistische Stadtteilrundgänge der Sauerkrautfabrik, uns auf die Spuren der Geschichte des antifaschistischen Widerstandes, der Verfolgung und des Gedenkens in Harburg.

Der Spaziergang dauert ca. 2,5 Stunden, startet um 13 Uhr am Archäologischen Museum (Rathausplatz 5) und endet in der Sauerkrautfabrik.

Am Ende des Rundgangs wird es die Möglichkeit geben, in der
Sauerkrautfabrik die Eindrücke Revue passieren und bei Kuchen und Getränken den Tag zusammen ausklingen zu lassen.

Veranstaltende: Sauerkrautfabrik

Samstag, 21.11.2026 Hören und Tanzen was verboten war

Gesprächs-, Musik- und Tanzabend | 18 Uhr | Das Ático, Krummholzberg 5-7 | Eintritt frei | Spenden willkommen

© Barmbeker Schallarchiv

Was bedeutete es, sich im nationalsozialistischen Deutschland für Jazz/Swing und einen angloamerikanisch geprägten Lebensstil zu begeistern? In Hamburg trafen sich in den 1930er- und 1940er-Jahren Jugendliche, die Swingplatten hörten, tanzten, englische Ausdrücke verwendeten und sich von den militärischen Umgangsformen der Hitlerjugend abhoben. Sie selbst nannten sich unter anderem „Swings“, „Swing-Boys“ oder „Swing-Girls“.Die Swings bildeten keine organisierte Widerstandsbewegung mit einem einheitlichen politischen Programm. Unter den Bedingungen der Diktatur konnte ihre demonstrative Lässigkeit jedoch politische Bedeutung gewinnen: Individuelle Kleidung, internationale Orientierung und selbst gewählte Gemeinschaft widersprachen dem nationalsozialistischen Anspruch auf Gleichschaltung, Disziplin und Kontrolle. Das NS-Regime diffamierte Jazz und Swing rassistisch als „artfremd“ und „entartet“. Veranstaltungen wurden eingeschränkt, Treffpunkte überwacht und Jugendliche verhört, festgenommen und misshandelt. Ab1940 ging die Gestapo in Hamburg systematisch gegen die Swings vor. Hunderte Jugendliche wurden festgenommen und verhört; einige wurden in die Jugend-KZ Moringen und Uckermark oder in das KZ Neuengamme verschleppt.Lässigkeit versus Stechschritt
Weite oder karierte Sakkos, längere Haare, Hüte, Regenschirme, englische Redewendungen und eine betont lockere Haltung gehörten zu den sichtbaren Ausdrucksformen der Swings. Gegen den militärischen Stechschritt, den Gemeinschaftszwang der Hitlerjugend und die verlangte Unterordnung setzten sie Tanz, Individualität und internationale Orientierung. Einige begrüßten sich provokativ mit „Swing Heil“.
Bekannte Treffpunkte wie der Hamburger Alsterpavillon wurden zu Zentren der Szene. Die Jugendlichen kamen jedoch aus verschiedensten Stadtteilen und sozialen Milieus. Auch im damaligen Harburg-Wilhelmsburg gab es swingbegeisterte Freundeskreise. Der Harburger Zeitzeuge Heinrich Dringelburg berichtete, dass er und seine Freunde 1941 am Wilhelmsburger Stübenplatz festgenommen wurden.
Im Rahmen der Harburger Gedenktage laden wir zu einem Gesprächs-, Musik- und Tanzabend in das Tanzstudio „Das Ático“ ein.
Gemeinsam mit Oksan Karakuş aus der SPD Fraktion Harburg, Heiko Langanke von der Fraktion Die Linke Harburg und dem Team von AttiCat Swing sprechen wir über die Verfolgung der Swings.
Selbst erleben: Warum Swing bis heute bewegt
Im Anschluss lädt AttiCat Swing zu einem Swingtanz-Workshop ein. Lindy Hop ist die Bezeichnung des afro-amerikanischer Social Dance, welcher Ende der 1920er-Jahre in New York Harlem entstand und sich seitdem mitsamt der Swingmusik international verbreitete.
Alle Interessierten sind eingeladen, zuzuhören, mitzudiskutieren und selbst auszuprobieren, warum Swingmusik und Swingtanz bis heute Menschen miteinander verbinden.
Kommen Sie vorbei, hören Sie zu, diskutieren Sie mit und schwingen Sie mit uns das Tanzbein.

Veranstaltende: AttiCat Swing, Oksan Karakus (SPD Fraktion Harburg), Heiko Langanke (Fraktion Die Linke Harburg)

Sonntag, 22.11.2026 Nebel im August

Film | 18 Uhr | Metropolis im Planet Harburg | Eintritt für Metropolis

Filmplakat Nebel im August
© Collina Filmproduktion/Constantin Film

Wir möchten nicht, dass Geschichte sich wiederholt. In der Nazi-Diktatur gab es mindestens 200 000 Euthanasieopfer, die starben, weil sie als „unwertes Leben“ betrachtet wurden: Menschen mit Behinderung, auch sog. Schwererziehbare, sogar Epileptiker. Sie starben in der T4-Aktion in Gaskammern. Oder sie kamen in Anstalten, wo sie die Todesspritze bekamen oder verhungern mussten. Hiervon erzählt dieser Film von Kai Wessel . Er zeigt das Schicksal von Ernst Lossa aus der Familie der Jenischen, einem fahrenden Volk. Er starb, weil er als unerziehbar galt.

Veranstaltende: OMAS GEGEN RECHTS Hamburg Süd und Metropolis im Planet Harburg

Montag, 23.11.2026 Erinnern für die Zukunft

Vortrag und Podiumsdiskussion | 18:30 Uhr | Friedrich-Ebert-Gymnasium, Pausenmehrzweckhalle, Alter Postweg 38, Zugang über Petersweg 4 | Eintritt frei | Spenden willkommen

Friedrich-Ebert-Gymnasium
© commons.wikimedia.org (gemeinfrei)

Einführung: Ingrid Herzberg (ehem. Hauptseminarleiterin und Schulleiterin des Gymnasiums Blankenese)

Podiumsdiskussions-Teilnehmende:
Dr. Christina Pareigis (Helene-Lange-Gymnasium),
Hèdi Bouden (Helmut-Schmidt-Gymnasium),
Ruben Herzberg (ehem. Schulleiter des Gymnasiums Klosterschule) und Schülerinnen und Schüler
des Friedrich-Ebert-Gymnasiums

Gedenken, erinnern – andere und sich: Gerade der Monat November ist gut gefüllt mit Daten, die zum Rückblick anregen. Sie stehen nicht verwechselbar nebeneinander. Die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November bildet sicherlich den Höhepunkt der langen Liste von Gedenktagen und – feiern.
Es regt sich aber auch Widerstand dagegen, und zwar von ganz unterschiedlicher Seite. Da wird zum Beispiel die Position vertreten, die Gedenkveranstaltungen seien formal erstarrte Ritualisierungen, denen jede Strahlkraft abhandengekommen sei; Kranzniederlegungen mit betroffenen Mienen vermittelten jungen Menschen kein Bedürfnis, daran teilhaben zu wollen. Es bedürfe neuer Formen, will man das Erinnern als aktiven Prozess pflegen. Die Forderung ist klar: Man sollte das Gedenkformat verändern. Nur dann könne bei nachfolgenden Generationen Interesse geweckt und Verantwortung für die Zukunft entwickelt werden.

Es gibt aber auch die lauten Stimmen von rechts gegen jede Form der Erinnerungskultur: Da geht es beispielsweise um die Frage, ob das Holocaust-Mahnmal in Berlin womöglich als „Mahnmal der Schande“ zu verstehen sei oder allgemein um die Bedeutung von öffentlichen Rückblicken im Gedenken an Millionen Toter – so, als sei der Holocaust eine leidige Begleiterscheinung von Kriegshandlungen gewesen: „Wo gehobelt wird, fallen Späne.“ Und: Auch in anderen Nationen gab es Kriegsverbrechen. Da zeigt sich ein hohes Maß an Verweigerung, und zwar sowohl in der Akzeptanz historisch evidenter Fakten als auch in der Anerkennung von Verantwortung für künftige Generationen: „Simplify my life!“ heißt hier auch: einen Schlussstrich ziehen!
Wir wollen die unterschiedlichen Positionen und ihre politischen Inhalte erläutern und zu verstehen versuchen. Vor allem wollen wir Perspektiven eröffnen, wie für und mit künftigen Generationen erinnert werden kann. Denn: Der deutsche Faschismus hat ein monströses Menschheitsverbrechen ermöglicht, das unsere künftige Gesellschaft weiterhin prägen wird – auch unser Verhältnis zu anderen Nationen, unseren Umgang mit Fremden, mit Schwulen, mit Menschen mit Behinderung.
Zum anschließenden Podiums-Gespräch finden zwei Pädagogen und eine Pädagogin zusammen, die ihrerseits sehr beachtenswerte Formen gefunden haben, ihre Schüler und Schülerinnen mit Erinnerungsarbeit zu befassen. Davon werden sie berichten, aber auch von den Grenzen des Möglichen und den Herausforderungen in einer sich permanent wandelnden Welt. Sie stellen sich dabei den Fragen von Schülerinnen und Schülern des FEG, die sich mit dem Thema beschäftigt haben und ihre Perspektiven und Erfahrungen einbringen.

Veranstaltende: Friedrich-Ebert-Gymnasium

Dienstag, 24.11.2026 Goebbels` Schatten wirkt bis heute

Dialog mit anschließender Diskussion | 19 Uhr | Bücherhallte Harburg, Eddelbüttelstr. 47a | Eintritt frei | Spenden willkommen

Im Mittelpunkt steht der Staatssekretär von Joseph Goebbels im Propagandaministerium, Werner Naumann, einer der eifrigsten Propagandisten im Nationalsozialismus. Naumann war der Schatten von Joseph Goebbels, sein engster Vertrauter. In den letzten Wochen und Monaten des Zweiten Weltkrieges lebte und arbeitete auch er im Führerbunker in Berlin. Damit hatte er engen Kontakt zur NS-Führung. Kurz bevor sich Hitler erschießt, drückte er Werner Naumann die Hand und sagte: »Naumann, sie sind jung und ein Kämpfer. Sie müssen hier lebend rauskommen und versuchen, die Leute, die uns treu geblieben sind, zusammenzuführen, um unsere Ideen und unsere Anschauungen in die Zeit danach zu tragen«.
Naumanns Rückkehr in die Politik, hieß für ihn sehr offensichtlich nicht, sich ›entnazifiziert‹ und ›geläutert‹ am Aufbau eines demokratischen Gemeinwesens zu beteiligen, sondern Hitlers und Goebbels´ Erbe zu verwirklichen – und zwar mit Unterstützung alter, aber auch neuer ›Kameraden‹.
In seinem Buch „Goebbels´ Schatten“ beschreibt der Autor de Lorent sehr präzise, wie die Nazis Propaganda betrieben haben, wie sie politisch, strategisch und propagandistisch vorgegangen sind und wie das gerade in der heutigen Zeit wieder hohe Aktualität erfährt.
Naumann steht zugleich exemplarisch dafür, wie nicht wenige ehemalige Nazis nach 1945 wieder aktiv in die Politik zurückkehrten und versuchten, die demokratische Entwicklung der Bundesrepublik zu verhindern. In der Nachkriegszeit zeigt sich, dass es bekannte und berühmte Leute sind, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass Naumann aus der Illegalität in die Legalität übergehen konnte, ein Entnazifizierungsverfahren abgewehrt wurde und er dann auch tatsächlich unter seinem eigenen Namen versucht hat, in die Politik zu gehe. Schon in der NS-Zeit hatte Staatssekretär Nauman und der Abteilungsleiter im Außenministerium Kiesinger eng zusammengearbeitet. Gemeint ist hier Kurt Georg Kiesinger, dritter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1966-1969). Er hat Neumann juristisch beraten und hier ganz entscheidend unterstützend die Fäden geknüpft.
Das Propaganda-Ministerium mit Goebbels an seiner Spitze, ist in seinen Methoden sehr provokativ vorgegangen. Goebbels ist auf Lastwagen gestiegen und hat agitatorische Reden gehalten, hat Leute instrumentalisiert und mit der KPD große Schlägereien provoziert, und das dann propagandistisch ausgeschlachtet. Mit Blick auf die jetzigen politischen Realitäten, finden wir viel Übereinstimmungen.
Auch Trump arbeitet mit Provokationen und Verletzungen von Grundregeln, um seine politischen Ziele nach vorne zu bringen und das lässt sich auch auf europäisch Länder und besonders auf Deutschland übertragen, wo eine AfD gezielt in ihrem politischen Vorgehen auf Regelverletzungen, Provokationen und agitatorische Reden setzt.
Über den Autor Hans-Peter de Lorent
Seit den 1960er Jahren beschäftigt sich de Lorent intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland. Bereits als Schüler schrieb er für die Jugendseite der Harburger Lokalzeitung Artikel zur Sicherung der demokratischen Rechte. Als junger Lehrer setzte er das in der von ihm verantworteten Referendar-Zeitung und danach als Redakteur der Hamburger Lehrerzeitung (HLZ) fort. Im Rahmen dieser Arbeite entstand die Serie „Hamburg: Schule unterm Hakenkreuz“. Der Hauptfokus lag dabei auf den Opfern, den Betroffenen, den Verfolgten der Naziherrschaft und Ziel war es ihnen ein bleibende Denkmal zu setzen und den Widerstand zu würdigen.

Veranstaltende: Harburger Bündnis einig gegen Rechts

Mittwoch, 25.11.2026 Kinderlandverschickung

Vortrag mit Bilddokumentation | 18 Uhr | Fischhalle, Kanalplatz 16 | Eintritt frei | Spenden willkommen


Werbeplakat der NSV
© Deutsches Historisches Museum Berlin Inv.Nr.P2000/48

Die durch den „Führerbefehl“ Hitlers Ende September 1941 angeordnete und offiziell dann verharmlosend als „Erweiterte Kinderlandverschickung“, kurz “KLV“, bezeichnete Maßnahme beinhaltete die Evakuierung von Kindern und Jugendlichen aus den luftkriegsgefährdeten Städten. Ganze Schulen wurden geschlossen und die Schulklassen in weniger bedrohte Gebiete gebracht, zum Teil auch in Gegenden, die nicht zum damaligen Deutschen Reich gehörten. Die KLV war eine der größten organisierten Binnenwanderungen, die es je gegeben hat.

Die Geschichtswerkstatt Harburg beleuchtet die Geschichte dieser Evakuierungen unzählige Kinder, geht auf die Harburger Verhältnisse ein und versucht herauszufinden, was die KLV für die Beteiligten bedeutete.

Veranstaltende: Geschichtswerkstatt Harburg e.V.

Donnerstag, 26.11.2026 Benno Frank – Nachmittag

History Performance Walk | 15 Uhr | Goethe Schule Harburg, Bennigsenstraße 7 | Eintritt frei

Benno Frank um 1930
© Königstein, Horst: Die Schiller-Oper in Altona. Eine Archäologie der Unterhaltung, Suhrkamp 1983

Benno Fraenkel wuchs in einer jüdisch-orthodoxen Familie in Hessen auf. Sein bewegtes Leben führte ihn unter anderem nach Wiesbaden, Tel Aviv, New York, Philadelphia, Lorient, Berlin, Cleveland und Jerusalem. In Harburg, und später auch an der Altonaer Schiller-Oper, sorgte er ab der Spielzeit 1929/30 mit mutigen, innovativen Inszenierungen für Aufsehen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verließ Fraenkel Deutschland. In Tel Aviv gründete er die Palestine Chamber Opera mit. 1938 ging er nach New York und änderte seinen Namen in Benno Frank. Mit der „Mobile Radio Broadcasting Company“ kehrte er im Zweiten Weltkrieg nach Europa zurück und half später bei der Entnazifizierung des deutschen Kulturbetriebs. Benno Frank starb 1980 in Jerusalem. Unterschiedliche Klassen der GSH haben sich mit seinem Leben und Werk beschäftigt und präsentieren an diesem Nachmittag ihre Ergebnisse.

Veranstaltende: Goethe-Schule-Harburg

Freitag, 27.11.2026 Weggesperrt und ermordet

Vortrag und Diskussion | 16 – 19:30 Uhr | Habibi-Atelier in den Harburger Arcaden | Eintritt frei

© take shape, Markus Schäfer, KI-Info

Es werden die Biografien von acht ermordeten Harburger Einwohnern verlesen, deren Stolpersteine voraussichtlich in 2026 ( oder 27 ) verlegt werden sollen. Danach schildern verschiedene behinderte Menschen von den Schwierigkeiten und Vorurteilen, die ihnen auch 80 Jahre nach dem 2. Weltkrieg noch immer wieder begegnen.

Veranstaltende: Harburger Integrationsrat

Die Harburger Gedenktage werden gefördert durch:
Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Harburg.

Die Verantwortung für die Veranstaltungen und die Vorstellungstexte im ­Programm liegt bei den jeweiligen Veranstaltenden.

Harburger Gedenktage

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